Symptomatische hintere GK-Abhebung –
Nachkontrollen nötig?

Von Univ. Prof. Dr. Oliver Findl

Oftmals stellt sich bei der ersten Untersuchung von Patienten mit akuter symptomatischer hinterer Glaskörperabhebung die Frage, ob und in welchen Intervallen Nachkontrollen notwendig sind. Eine rezente Studie und Metaanalyse aus den USA ging dieser Frage nach.1

Patienten wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Bei 18 Patienten (8%) zeigte sich bei der Erstuntersuchung ein Netzhautdefekt. Im Nachbeobachtungszeitraum zeigte sich bei zwei weiteren Patienten ein verspäteter Netzhautdefekt. Dieser wurde bei einem Patienten mit traumatischer Anamnese und Glaskörperblutung bei der Erstuntersuchung entdeckt. Keiner der Patienten entwickelte eine Netzhautabhebung.

In der Metaanalyse von über 1500 symptomatischen Patienten mit frischer GK-Abhebung wurden in 22% der Fälle ein Defekt bei der Erstuntersuchung gefunden. Das Vorhandensein von pigmentierten GK-Zellen, GK-Blutung oder Netzhaut- Blutung erhöhten das Risiko eines Defekts um das neunfache. Bei weniger als 2% kam es zu einem verspäteten Netzhautdefekt, auch wieder vor allem (15-faches Risiko) bei Patienten mit ursprünglichen Blutungen oder Auftreten von neuen Symptomen. Bei allen anderen Patienten reicht, laut den Autoren, eine Aufklärung bezüglich der Symptome einer Netzhautabhebung aus und es sind keine Kontrollen bezüglich der GK-Abhebung notwendig.

Sicca stört Lesen und Bildschirmarbeit
In einer US Studie an 700 Probanden wurde die Auswirkung eines Sicca-Syndroms auf die Lebensqualität mittels Fragebogen erhoben.2 Im Gegensatz zu den Probanden ohne Probleme mit trockenen Augen hatten Sicca Patienten häufiger Probleme mit folgenden Tätigkeiten: Lesen (fast 4-faches Risiko), Bildschirmarbeit (3-faches Risiko), Fernsehen (fast 3-faches Risiko) und Autofahren (zwischen 2- und 3-faches Risiko). Die Studie zeigte auch, dass die Applikation von Tränenersatzmitteln das Risiko für Probleme mit täglichen Tätigkeiten auf die Hälfte reduzierte.

TASS
Toxic anterior segment syndrome (TASS) ist eine sterile postoperative Entzündungsreaktion, die typischerweise 24-48 Stunden nach einer Kataraktoperation auftritt.3 Erste Fallberichte von solchen schwerwiegenden Entzündungsreaktionen gibt es seit den 80er-Jahren. Obwohl TASS nach wie vor sehr selten auftritt, wird eine Zunahme dieses Syndroms angenommen. Im Gegensatz zur infektiösen Endophthalmitis ist TASS auf den vorderen Abschnitt beschränkt, geht meist mit einem diffusen Hornhautödem einher und spricht auf Steroidtherapie gut an, allerdings ist die Abgrenzung oftmals schwierig.

Die Ursachen von TASS sind vielseitig: Verunreinigungen oder Abweichungen im pH der Spülflüssigkeiten oder viskoelastischen Substanzen, Reinigungsmittel- Überreste auf sterilisierten chirurgischen Instrumenten oder auch Konservierungmittel in den perioperativ verabreichten Augentropfen werden als mögliche Ursachen angeführt. Ein Ausbruch von TASS durch Sulfat Verunreinigungen der Instrumente nach Sterilisation sowie durch die Trägersubstanzen von Augensalben waren der Anlass für diese ausgiebige Literaturanalyse.

Avastin bei proliferativer diabetischer Retinopathie
Von den zahllosen Studien über Avastin-Behandlungen am Auge konnte in einer Fallserie4 an Patienten mit proliferativer diabetischer Retinopathie gezeigt werden, dass eine regelmäßige intravitreale Applikation auch von niedrigen Dosen von Bevacizumab (Avastin) eine rasche Regression der Neovaskularisationen der Netzhaut und der Iris herbeiführte. Bei Patienten mit Applikationen von höheren Dosierungen konnte auch ein Effekt am kontralateralen unbehandelten Auge festgestellt werden, was auf einen geringen systemischen Effekt hindeutet.

Shunt versus Mitomycin- Trabekulektomie
In einer randomisierten multizentrischen US Studie an 212 Patienten, genannt TVT-Studie (tube versus trabeculectomy), wurden die Ein-Jahres Ergebnisse nach Implantation des Baerveldt Shunts mit denen von Mitomycin C Trabekulektomie in Augen nach vorangegangener Katarakt- oder Glaukom- Operation verglichen.5 Beide Gruppen hatten einen Ausgangsdruck von 25 mmHg und ein Jahr nach Operation 12-13 mmHg. Es konnte in einem größeren Anteil der Shunt Patienten eine ausreichende Drucksenkung innerhalb des ersten Jahres erzielt werden, obwohl dafür im Mittel etwas häufiger drucksenkende Tropfen angewandt werden mussten. In der Trabekulektomie Gruppe kam es innerhalb des ersten Jahres zu deutlich häufigeren Therapieversagern, definiert als Patienten mit einem Augendruck von 21 mmHg oder höher, dauerhafter Hypotonie oder Notwendigkeit einer Re-Operation. Da bisher Shuntoperationen meistens bei refraktären mehrfach voroperierten Glaukomaugen angewandt wurden, empfehlen die Autoren bei der chirurgischen Behandlung schon früher eine Shuntoperation zu erwägen.

 
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