26.05.2022

ZEISS Satelliten-Symposium: Bye, Bye, Brille

Mehr als 100 TeilnehmerInnen konnte Dr. Siegfried Kerschenbauer, Leiter Medizintechnik AT&SEE der Carl Zeiss GmbH, zum ZEISS Lunch Symposium "Bye Bye Brille" im Rahmen der ÖOG Jahrestagung in Villach begrüßen. Ein höchst überraschender Titel für eine Veranstaltung eines Unternehmens, das für seine qualitativ hochstehenden Brillengläser bekannt ist. Gleichzeitig aber auch für hervorragende und innovative Medizintechnik, die OphthalmologInnen hilft, ihren PatientInnen auch alternative Formen der Visuskorrektur anzubieten.

Warum das Thema refraktive Chirurgie auch für niedergelassenen OphthalmologInnen wichtig ist? Kerschenbauer: "Patienten suchen sich immer mehr Informationen online und kommen mit einigem Hintergrundwissen und konkreten Hilfestellungen zum Augenarzt. Daher betrifft das Thema Refraktive Chirurgie nicht nur die Chirurgen, sondern bereits den Arzt, der die erste Anlaufstelle darstellt und erste Informationen mit den Patienten teilt und entsprechend zuweist". Im Rahmen des ZEISS Refractive Workflow bietet das Unternehmen Unterstützung und Lösungen beginnend von der Untersuchung und Beratung über die  individuell richtige refraktive Lösung für jeden Patienten bis hin zur Nachbetreuung und postoperativen Untersuchung.

Über den Status Quo der Refraktiven Laserchirurgie und künftige Entwicklungen informierte die Salzburger Chirurgin Dr. Sarah Moussa. "Its not just LASER", meinte sie und verglich das bisher am häufigsten durchgeführte LASIK-Verfahren zur chirurgischen Sehkorrektur mit dem zunehmend angewendeten SMILE, das ebenso wirksam und sicher ist, aber laut Studien eine geringere anatomische Beeinträchtigung (keine Flap-Komplikationen, weniger Sicca) bewirkt. Die Zukunft sieht Moussa in intelligenterem Eyetracking und höheren Eingriffsgeschwindigkeiten mit schnelleren Laserimpulsfrequenzen, die eine kürzere Ansaugdauer ermöglichen.

Dr. Jascha Wendelstein, Kepler Universitätsklinikum Linz, präsentierte Gedanken zur Presbyopiekorrektur mit Refraktiver Linsenchirurgie. Für ihn ist klar: "Kataraktoperation goes refraktiv". Grund ist der wachsende Wunsch nach Brillenunabhängigkeit und eine erweiterte Erwartungshaltung an postoerative Ergebnisse. Dabei herrscht im Bereich der Premiumlinsen schon die "Qual der Wahl": Von der monofokalen Standard IOL über die bifokale IOL, die EDOF IOL bis zur trifokalen IOL. Alle mit unterschiedlichen Vorteilen. Ein weites Feld für die notwendige Patientenauswahl und umfassende Aufklärung, die besonders bei Premiumlinsen für die Patientenzufriedenheit Voraussetzung sind.

Wissenswertes für Nicht-RefraktivchirurgInnen zur Nachbetreuung von Komplikationen nach LASIK OPs erläuterte PD DDr. Gernot Steinwender, OA an der Univ.-Augenklinik Graz anhand von klinischen Fällen. Er zeigte auch anhand einer Befragung aus dem Jahr 2015: Schon damals hatten über 60 Prozent jener Refraktivchirurgen, die für einen operativen Eingriff infrage kamen, diese refraktivchirurgische OP mit der damals verfügbaren Technik an sich vornehmen lassen.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger


 

 

 

www.augenarzt.at