09.09.2021

Augenabeilung Wiener Neustadt: "AUGENFOKUS"

In einer "AUGENFOKUS"-Informationsveranstaltung stellte Prim. Dr. Karl Nigl die Augenabteilung des LK Wiener Neustadt und die Augen-Tagesklinik in Mödling vor, die er seit Ende 2020 leitet. Als Gastredner gab OA Dr. Franz Storch (KH der Barmherzigen Brüder Wien) einen Überblick über die aktuelle medikamentöse und chirurgische Glaukomtherapie

Mit nur 44 Jahren wurde Dr. Karl Nigl Vorstand der zweitgrößten Augenabteilung in Niederösterreich. Die Abteilung versorgt ein Einzugsgebiet von 900.000 Einwohnern und führt an zwei Standorten ambulante, tagesklinische und stationäre Behandlungen durch. Den Patientinnen und Patienten steht mit dem Klinikum Wr. Neustadt und der Tagesklinik in Mödling ein breites Spektrum der Augenärztlichen Behandlung zur Verfügung. Mit 20 ÄrztInnen möchte der Primarius in diesem Jahr mit viel neuem Schwung mehr als 5.000 Katarakt Operationen, 90 Strabismus Opterationen, 500 Vitrektomien, 150 Lidoperationen und 12.000 IVOMs abwickeln. Schon jetzt ist es gelungen, beispielsweise die Wartezeit auf eine Kataraktoperation von mehr als einem Jahr auf wenige Wochen zu drücken. Die Wartezeit für Schieloperationen sank von rund einem Jahr auf etwa 4 Monate. Die unter den Bedingungen der Pandemie forcierte bilaterale Katarakt-OP soll in Wiener Neustadt zum Standard werden, durch ein Aufzahlungsmodell werden auch KassenpatientInnen künftig Zugang zu Sonderlinsen bekommen. Verstärkte Anstrengungen unternimmt Nigl mit der Etablierung der Glaukochirurgie in seiner Abteilung. Hier plant man ergänzend zu den klassischen Therapien auch die Implantation von MicroShunt-Drainagesystemen.

Was von der Implantation von solchen Systemen an Wirkungen und Nebenwirkungen zu erwarten ist, führte Dr. Frank Storch, OA im KH der BBR Wien und Mitglied der Glaukom-Kommission der ÖOG, in seinem Gastvortrag aus. Er sieht durch die Weiterentwicklung der Glaukochirurgie in den letzten 25 Jahren "immer bessere klinische Ergebnisse bei geringer Komplikationsrate". OP-Risiken werden in der Regel unterschätzt und das Risiko der Erblindung ohne konsequente Maßnahmen unterschätzt. Sollen Glaukomeingriffe erfolgreich sein, ist - so Dr. Storch - eine "konsequente Vorbereitung, eine exakte OP-Durchführung bei vorheriger Indikationsstellung und eine sorgfältige postoperatie Betreuung unabdingbar". OA Storch gab auch einen Überblick über die konservative Therapie gemäß den Guidelines der European Glaucoma Society und listete verfügbare Medikamente für die konservierungsmittelfreie Therapie auf.

Unterstützt wurde die Veranstaltung, die nach 3G-Regeln gemäß COVID-19-Öffnungsverordnung organisiert war, von Allergan/AbbVie.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

 

 

 

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