05.11.2020

Neuauflage: Atlas des Augenhintergrundes

Von A wie A-Bild bis Z wie Zytokine reicht das Sachverzeichnis der 520 Seiten starken Neuauflage des bei Thieme publizierten "Atlas des Augenhintergrundes" von Ulrich Kellner, Albrecht Lomartsch, Heinrich Heimann und Joachim Wachtlin.

Seit der Erstausgabe des Atlas im Jahr 2003 gewannen Retinale Erkrankungen deutlich an Bedeutung. Das liegt an der demografischen Entwicklung – wir werden alle immer älter. Gleichzeitig haben sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten enorm erweitert und die Erblindungshäufigkeit älterer Menschen in der industrialisierten westlichen Welt konnte in diesem Zeitraum um mehr als 60 Prozent gesenkt werden.

Die Herausgeber standen bei der Neuauflage vor zwei besonderen Herausforderungen: Einerseits hatte man sich vorgenommen, das Kellner-Werk "Retina: Diagnostik und Therapie der Erkrankungen des hinteren Augenabschnitts" aus dem Jahr 2008 mit dem Atlas zu einem gemeinsamen Buch zu vereinen und andererseits war man bemüht, sich von der technischen Entwicklung der bildgebenden Diagnostik - konkret der Entwicklung der OCTA-Angiographie - nicht überholen zu lassen und aktuell mögliche hochqualitative Aufnahmen einzuarbeiten.

Leser bekommen mit der Neuauflage beides in einem Buch: Ein umfassendes Standardwerk zur Retinologie und den darauf abgestimmten Atlas mit erstklassigem Bildmaterial.

Gewidmet ist der Atlas Prof. Dr. Norbert Bornfeld, dem er auch Beiträge zu Retinalen Tumoren verdanken hat. Weitere Beiträge zu diesem Themenkreis und zur Strahlentherapie kommen übrigens vom ehemaligen Direktor der Innsbrucker Universitäts-Augenklinik, Prof. Dr. Dr. hc Nikolaos E. Bechrakis. Zur Pharmakotherapie findet sich ein Beitrag, in dem der Wiener Prof. Dr. Gerhard Garhöfer zusammen mit seinem Co-Autor vor allem auf die häufig wiederholten intravitrealen Injektionen (IVOMs) eingeht, aber auch schon Vorteile und Grenzen der Anwendung von Slow-Release-Präparate anspricht.

Insgesamt versucht dieser Atlas, alle Fragen zur Diagnostik und Therapie bei häufigen und seltenen Erkrankungen von Netzhaut und Sehbahn zu beantworten. Die Nutzer erfahren, welche Methoden sie in welcher Situation sinnvoll einsetzen. Über 1400 Bilder und Grafiken veranschaulichen wichtige Verfahren und Befunde.

Für Einsteiger ist dieser Atlas perfekt, um sich in die verschiedenen Methoden einzuarbeiten und mithilfe vieler Fallbeispiele und Referenzbilder die Befundung zu üben. Erfahrene profitieren bei seltenen Befunden, indem sie den Atlas als Nachschlagewerk und Interpretationshilfe nutzen.

In dieser neuen Auflage wurde die Darstellung retinaler Strukturveränderungen mit Ophthalmoskopie, Fundusfarbfotografie, Fluoreszeinangiografie und Ultraschall um Indocyaningrünangiografie, Optische Kohärenztomografie, Fundusautofluoreszenz, Nahinfrarotautofluoreszenz, spektrale Fotografie, Weitwinkelfotografie sowie OCT-Angiografie erheblich erweitert.

Beschrieben wird die Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie von Netzhaut, Aderhaut und Glaskörper. Die Autoren erläutern die Prinzipipien der Diagnostik und Therapie von Netzhauterkrankungen und beschreiben ausführlich deren gesamte Bandbreite: Degenerative Makulopathien, Degenerative Retinopathien, Posteriore Uveitiden, Hereditäre Retinopathien, Tumoren und Fehlbildungen, Traumabedingte und exogene Retinopathien sowie den Zusammenhang von Retina und Neuroophthalmologie.

Selbstverständlich wurden die Leitlinien und Stellungnahmen der Fachgesellschaften berücksichtigt. Die Autoren legen den Fokus auf evidenzbasierte Diagnostik und Therapie.

Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App sind zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Ulrich Kellner u.a.:

Atlas des Augenhintergrundes

2., vollständig überarbeitete Auflage

Thieme, 2020
520 S. , 1496 Abb.
ISBN: 9783131463524

EUR 185,10

E-Book (PDF)
ISBN: 9783131535825

EUR 179,99

E-Book (EPUB)

ISBN: 9783132434950

EUR 179,99


 

 

 

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