10.03.2020

Glaukomtag: Augen unter Druck

Anlässlich des Weltglaukomtages rief Chris Lohner als prominenste Stimme Österreichs zur regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt auf, damit die Augen nicht unter Druck kommen. Frau Lohner, die sich seit zwei Jahrzehnten zugunsten augenkranken und blinder Menschen in Entwicklungsländern engagiert, appellierte an die Österreicherinnen und Österreicher, auch an die Gesundheit der eigenen Augen zu denken: "Ich wurde selbst an beiden Augen operiert und ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich in einem Land geboren wurde, in dem die medizinische Versorgung garaniert ist. Daher mein Aufruf an alle Menschen in Österreich: Nutzen Sie das exzellente medizinische Angebot, das unser Land bietet. Gehen Sie einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zur Augenärztin oder zum Augenarzt. Eine Erblindung durch ein Glaukom lässt sich hierzulande bei rechtzeitiger Entdeckung meist verhindern."

Für die Behandlung des Glaukoms stehen heute Augentropfen, Laser und gut etablierte Operationstechniken ebenso zur Verfügung wie modernste minimalinvasive chirurgische Methoden. "Die Sicherheit für die Patienten hat sich bei all diesen Verfahren deutlich verbessert, dazu haben auch Entwicklungen hier aus Österreich wesentlich beigetragen", erklärte in einer Pressekonferenz dazu Univ.-Prof. Dr. Clemens Vass, Leiter der Glaukomambulanz der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie im Wiener AKH.

Dr. Anton Hommer, Oberarzt an der Augenabteilung der Krankenanstalt "Sanatorium Hera" und langjähriges Vorstandsmitglied der Europäischen Glaukomgesellschaft kündigte an, dass es nach der Einführung konservierungsmittelfreier Augentropfen als neue Entwicklung bald ein Präparat mit einem völlig neuen Wirkmechanismus zur Glaukombehandlung geben könnte. Eine entsprechende Phase III Studie wird an mehr als 60 Zentren europaweit, darunter auch in Österreich, durchgeführt und die Ergebnisse sind laut Hommer "vielversprechend". Vor allem bei Augen mit einem niedrigen Ausgangsdruck soll sich der neue Wirkstoff besonders bewähren.

Zwei österreichische Studienzentren beteiligten sich an einer Studie im Grenzbereich zwischen medikamentöser und chirurgischer Therapie. Dabei wird ein kleines Medikamentendepot in die vordere Augenkammer injiziert. Von dort kommt es über Monate hinweg zur kontinuierlichen Freisetzung eines Wirkstoffes. Nach drei Injektionen im Abstand von jeweils 4 Monaten wiesen 80 Prozent der Patienten in der Zulassungs-Studie ein Jahr lang gute Augendruckwerte ohne Behandlung auf. Die Therapie befindet sich in den USA im Zulassungsprozess durch die FDA.

Ein Glaukompatient aus Wien, der an Glaukom-Zulassungs-Studien teilnimmt und dabei den Vorteil der engmaschigen Kontrolle schätzt, erklärte im Rahmen der Pressekonferenz zum Glaukomtag, seine Mutter sei wegen der damals noch nicht gut entwickelten Behandlung am Glaukom erblindet. Er selber sei trotz der erblichen Vorbelastung nicht regelmäßig zum Augenarzt gegangen. Er möchte vor allem jenen Menschen, die vorbelastet sind, eindringlich anraten: "Bitte spielen Sie nicht mit Ihrem Augenlicht. Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle zum Augenarzt. Nur durch eine Früherkennung kann man das Glaukom wirksam aufhalten und das Sehvermögen erhalten."

Fotos: Medical Network | Martin Tembl








 

 

 

 

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