05.10.2019

Glaukom im Herbst: Kritische Auseinandersetzungen

Univ. Prof. Dr. Christoph Faschinger, der seine erste Rede als Beamter im Ruhestand hielt, war einer der ExpertInnen, die sich bei "Glaukom im Herbst" kritisch mit Diagnose- und Behandlungsaspekten auseinandersetzten. Sein Einleitungssatz: "Wenn Sie jemandem etwas Böses wünschen wollen, dann wünschen Sie ihm eine Kombination von Glaukom und Myopie". Das Thema ist hoch komplex und die Diagnosevorgänge sind ziemlich anspruchsvoll. Man kann sich an den Rat halten: "Hoch myope Augen haben so lange ein Glaukom, bis das Gegenteil bewiesen ist".

Über das Glaukom in der Subsahara - eine internationale Herausforderung - informierte Dr. Karl Rigal. Prof. Clemes Vass schilderte den Zieldruck als "Kunst des Möglichen". Ob wir angesichts neuer Wirkstoffe schon vom "Ende der Prostaglandine" sprechen können, verriet Prof. PD Dr. Gerhard Garhöfer. Medikamentöse Therapieansätze beim Glaukom jenseits der Drucksenkung zeigte Prof. Dr. Carl Erb. Die Rolle der Lasertrabekuloplastik nach der LiGHT-Studie untersuchte PD Dr. Georg Mossböck.

Die Risiken, die dem Arzt rund um Behandlung und Aufklärung drohen, listete der Eisenstädter Richter Dr. Michael Bell auf. Die Oberärztinnen Dr. Cornelia Hirn und PD Dr. Ana Prinz führten ein kollegiales Bühnen-Zwiegespräch zu verzwickten klinischen Fällen. Warum grosse Diskrepanzen zwischen Gesichtsfeld- und Papillenbefund auftreten können, erläuterte Prof. Dr. Jörg Stürmer. Eine kritische Betrachtung zur Home-Tonometrie kam von Dr. Frances Meier-Gibbons. Dr. Gordana Sunaric Mégevand erläuterte, was von MIGS älterer und neuerer Bauart zu erwarten oder auch nicht zu erwarten ist. OÄ Dr. Inga Kersten-Gomez stellte den Mikrosensor Eyemate von ImplanData vor und konfrontierte das Publikum mit einem sehr gewagten Stent-Konzept, das zur Zeit in Bochum getestet wird und Kammerwasser direkt auf die Augenoberfläche ableitet.

Wir dürfen gespannt sein, ob im Jahr 2020 "Glaukom im Herbst" wieder vom Experten-Duo Hommer/Faschinger geleitet wird. Für den Fall, dass einer nicht mehr mag, stünde ja auch schon der Nachwuchs bereit. Die "Next Generation" hat sich Samstag zumindest für ein Foto schon probeweise auf die Bühne des Parkhotel Schönbrunn begeben.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

















































 

 

 

 

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