23.05.2019

DOC 2019: Neue Technologien im OP

Dr. Armin Scharrer legte als Präsident des 32. internationalen Kongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) einen Schwerpunkt auf neue Technologien und die digitale Zukunft.rhält der Monitor seine Bilder von einer 3-D-HDR-Kamera, die anstelle der Okulare auf das OP-Mikroskop montiert ist. Ein 3-D-Bildverarbeitungsrechner verwandelt die zweidimensionalen Bilder in dreidimensionale Darstellungen. Um den plastischen 3-D-Effekt auch richtig wahrnehmen zu können, trägt der Augenchirurg während des Eingriffs wie in einem 3-D-Kino eine Polarisationsbrille.

Derzeit arbeiten Hersteller und Industrie an der Entwicklung eines rein digitalen OP-Mikroskops, das demnächst als Alternative zur Hybridtechnik (3-D-Kamera auf herkömmlichem Mikroskop) auf den Markt kommen soll.

Neben der 3-D-Mikroskopie werden auch bereits erste OP-Roboter für die Augenchirurgie erprobt. So arbeiten Spezialisten der Universität von Oxford (England) mit einem kleinen und ferngesteuerten Roboter eines niederländischen Herstellers, der komplizierte Eingriffe an der Netzhaut durchführen kann und bereits 2020 auf den Markt kommen soll.<

Permanente Weiterentwicklungen bieten auch neue Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz von Intraokularlinsen (IOLs) ergeben. So ersetzen Trifokal-Linsen mit nur geringen Nachteilen Lese- oder Gleitsichtbrillen. Bei starker Kurzsichtigkeit helfen ICL-Linsen (ICL = *I*mplantierbare *C*ollamer *L*inse oder *I*ntraokulare *C*ontact *L*inse)

Rund 70 000 Deutsche, die unter Kurz- oder Weitsichtigkeit leiden und keine Sehhilfe mehr tragen möchten oder Kontaktlinsen nicht vertragen, entschließen sich zu einem Laser-Eingriff. Doch längst nicht alle Interessierten kommen für diesen Eingriff infrage. Denn bei stark ausgeprägten Fehlsichtigkeiten beispielsweise ist ein Augenlaser-Eingriff nicht möglich. „Trotzdem gibt es für diese Patienten eine Alternative, die ihnen ein brillenfreies Leben ermöglicht“, sagte Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer. „Durch die mikrochirurgische Implantation einer Kunstlinse, die zusätzlich vor die körpereigene natürliche Linse eingesetzt wird, kann der Augenchirurg auch hochgradige Fehlsichtigkeiten mit hoher Präzision und großer Sicherheit dauerhaft korrigieren.“

Neben starker Kurzsichtigkeit lassen sich mit der ICL-Linse auch hohe Weitsichtigkeiten und Astigmatismus ausgleichen. Für eine Korrektur der Weitsichtigkeit kommen allerdings sehr viel weniger Patienten infrage, weil die ICL-Modelle dafür dicker sein müssen und deshalb nur eingesetzt werden können, wenn der Abstand zwischen Regenbogenhaut und natürlicher Linse besonders groß ist.

Gewarnt wurde bei der Pressekonferenz der DOC eindringlich vor Netzhautschäden bei Diabetes.

Von der Häufigkeit her liegen die Netzhautschäden hinter den Komplikationen am Herzen bereits an zweiter Stelle der diabetesbedingten Schäden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 15 bis 22 Prozent aller Zuckerkranken von einer diabetischen Netzhauterkrankung betroffen sind.

Weil Netzhautschäden im Anfangsstadium meist keine Symptome oder Sehverschlechterungen auslösen, sind Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt immens wichtig. Dr. Scharrer: „Leider nehmen aber nur zwei Drittel der Betroffenen diese Möglichkeiten der Früherkennung wahr. Diesen Zustand müssen wir durch noch mehr Information und Aufklärung, aber auch durch kürzere Wartezeiten auf Untersuchungstermine bei den Augenärzten verbessern.“

Info: www.doc-nuernberg.de

Fotos: DOC / Dr. Scharrer

 







 

 

 

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