12.03.2019

Düsseldorf: 20. AAD

BVA-Vorsitzender Prof. Dr. Bernd Bertram sagte bei der Eröffnungspressekonferenz der 20. AAD (Augenärztliche Akademie Deutschland)-Tagung in Düsseldorf eine Verschärfung des Terminproblems bei Augenärzten voraus. Ein Gesetz, das der deutsche Bundestag am Donnerstag beschloss, zielt eigentlich darauf, dass Kassenpatienten künftig schneller an Arzttermine kommen. So sollen Praxisärzte wöchentlich mindestens 25 statt 20 Stunden für gesetzlich Versicherte anbieten müssen. Telefon-Servicestellen zur Terminorganisation für Patienten, die in den Ländern bisher unterschiedlich arbeiten, sollen zudem zu einem Rund-um-die-Uhr-Angebot ausgebaut werden. Mindestens fünf Stunden pro Woche sollen künftig Augenärzte als offene Sprechstunde - also ohne Terminvereinbarung - anbieten.

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) werde für die augenärztliche Versorgung in Deutschland nicht die gewünschte Auswirkungen haben, kündigte Prof. Bertram an. Die offene Sprechstunde gehe zulasten der Terminsprechstunde und sei ein Eingriff in die Praxisorganisation, der die Versorgung von Patienten mit schwereren, chronischen Krankheiten verschlechtern werde. Nicht zu akzeptieren sei, dass künftig mehr Termine ohne direkte Abstimmung mit der Praxis über Terminservicestellen oder mit Hilfe einer App vergeben werden. Das verunmögliche die Einschätzung, wie dringlich ein Fall sei, welche Untersuchungen anstehen und welche Ressourcen bereitzuhalten seien.

Ein weiteres Thema der Auftakt-Pressekonferenz war der Einsatz künstlicher Intelligenz, die in absehbarer Zeit auch die Augenheilkunde verändern wird. Sie ist jene Disziplin, die nach der Radiologie über die größten Datensätze verfügt. Über Chancen und Risiken berichtete Prof. Dr. Horst Helbig.

Über den Stand der Behandlung der trockenen AMD und der AMD-Frühstadien informierte Prof. Dr. Robert P. Finger. Er referierte die Ergebnisse der "Laser Intervention in Early Age-Related Macular Degeneration"-Studie und die Kritik der Fachgesellschaften dazu.

Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) erarbeiten gemeinsam zur Zeit eine neue Leitlinie, die das Vorgehen bei akuten Verletzungen am Auge darstellt. Prof. DDr. Thomas Fuchsluger stellte die wesentlicfhen Aussagen dieser Leitlinie vor.

Prof. Dr. Karl Heinz Emmerich gab in der Pressekonferenz und in seiner Keynote Lecture einen Überblick über die Möglichkeiten, die Augenärzte bei der Behandlung der Epiphora - ständiges Auslaufen von Tränenflüssigkeit über die Lidränder ("Triefauge") - haben.

Info: www.aad.to

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger


 

 

 

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