14.06.2018

DOC 2018: Viel Neues in Nürnberg

Medizinisch-technische Neuigkeiten und innovative Formate der Wissensvermittlung wollte Dr. med. Armin Scharrer beim Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen in den Mittelpunkt stellen. Bei der Pressekonferenz wurden EDOF- ("Enhanced Depth Of Focus")-IOLs als Konkurrenz zu den Trifokalen Linsen als Trendprodukte in der Augenchirurgie präsentiert. Scharrer: "EDOF-Linsen sind die ideale Lösung für Patienten, die bei den meisten alltäglichen Aktivitäten gerne ohne Brille auskommen möchten, die bei Dunkelheit empfindlich auf Lichtphänomene und Blendung reagieren und denen das Lesen kleiner Schriften nicht allzu wichtig ist". Diese Linsen ermöglichen die perfekte Sicht auf Computer, Handy und in die Ferne und werden damit zum Impantat für das digitale Zeitalter.

Für jene PatientInnen, die an Glaukom leiden und bei denen aus unterschiedlichsten Gründen der Zieldruck mit Medikamenten nicht erreicht werden kann, stehen jetzt als zusätzliche glaukomchirurgische minimalinvasive Optionen Mikroimplantate wie iStent inject, CyPass und XEN zur Verfügung, berichtete Dr. Stephan Fröhlich. Meist lassen sich damit zumindest die Medikamenten-Dosis und die Häufigkeit des Tropfens deutlich verringern.

Moderner kann auch die Ausbildung von Ophthalmo-Chirurgen gestaltet werden, schilderte Dr. Mignon Hann. Mit Virtual Reality trainieren junge Augenchirurgen weltweit das Operieren am Simulator. Während in den USA der Einsatz von Simulatoren schon weit verbreitet ist, lernen in Europa die angehenden Chirurgen noch immer fast aussschliesslich am Patienten. Zwar ist die Operation des Grauen Stars Routine und die Häufigkeit von Komplikationen bei erfahrenen Chirurgen liegt deutlich unter 0,1 bis 1 Prozent, erreichen Berufsanfänger oft ein Vielfaches dieses Werts. Scharrer: "Diese Routine-Operation erfordert wie andere Augenoperationen auch nicht nur ein profundes theoretisches Wissen, sondern auch ein hohes Maß an Fingerfertigkeit und viel praktische Erfahrung. Gerade die praktischen Fähigkeiten kann man jetzt unabhängig vom Patienten und ohne Risiko gut am Simulator üben."

Auch beim Kongress in Nürnberg hat sich in den Formen der Wissensvermittlung wieder Einiges getan. Neben den großen DOC-Lectures wurden viele kontroverse Diskurse und Pro-und Contra-Debatten angeboten. Die Master Class-Kurse haben eine Ausweitung auf die Bereiche Glaukom, Refraktive Chirurgie und Lidchirurgie erfahren, Video Life Surgery konnte in 3D verfolgt werden, wetlabs gaben die Möglichkeit, praktische Übungen an verschiedenen Stationen durchzuführen und mit dem neuen Kursformat "Operationskurs" zeigte man den Teilnehmern einen klaren Operationsverlauf unterteilt in Einzelschritte und ergänzt durch Erläuterungen zur Indikationsstellung und zur postoperativen Nachbehandlung.

Info: www.doc-nuernberg.de

Fotos: DOC; Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

 

 

 

 

 

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