09.06.2018

Santen-OSH-Forum: Glaukom und Trockenes Auge

Internationales Spitzen-know how bot das Santen-OSH-Forum zu den Themen Glaukom und Trockenes Auge unter der Leitung von OA Dr. Anton Hommer im Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn.

Sechs ReferentInnen aus fünf Ländern vermittelten neue Ansätze in der Diagnose und Therapie des Glaukoms und des Trockenen Auges.

OA Dr. Anton Hommer (Sanatorium Hera, Wien) widmete sich der seichten Vorderkammer als Warnsignal und zeigte die Vorteile und Limitationen verschiedener Diagnoseverfahren wie dem Van Herick Test, der Optischen Kohärenz Tomographie und der Gonioskopie. OA Hommer diskutierte anhand der EAGLE-Studie auch die Frage, ob eine Clear Lens Extraction eventuell bessere Resultate bringe als eine Iridotomie.

Warum die 24-Stunden-Messung des IOD so wichtig ist, erläuterte Prof. Anastasios G.P. Konstas (Aristotle Universität. Griechenland). Immerhin ist das Glaukom eine "24-Stunden-Krankheit", die sich zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich manifestiert. In der Regel reicht es aus, IOD-Messungen in der Ordination zu unterschiedlichen Tageszeiten vorzunehmen, in manchen Fällen empfiehlt sich die 24-Stunden-Druckmessung in der Klinik. Damit lässt sich auch die Effizienz von Medikamenten im Tagesverlauf beurteilen. Professor Konstas stellte Studien vor, in denen die unterschiedliche Wirkungsweise von Monotherapie und Kombinationspräparten untertags und in der Nacht  verglichen wurde.

Mit dem Nutzen von Fixkombinationen im Glaukom Management beschäftigte sich Prof. Dr. Dr. Lutz Pillunat (Augenklinik des Universitätsklinikums Carl Gustav Clarus Dresden, Deutschland). Er führte aus, dass neben der hohen Effizienz bei der IOD-Senkung auch eine gute Verträglichkeit und die einfache Anwendung eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn viel über Stents gesprochen wird, können mehr als 90 Prozent der Glaukompatienten mit einer topischen Therapie behandelt werden. Allerdings aggravieren Symptome und klinische Zeichen eines Trockenen Auges mit der Anzahl der Augentropfen und inbesondere der Anzahl konservierter Augentropfen. Deshalb seien konservierungsfreie Präparate sinnvoll, führte Professor Pillunat aus und berichtete über die Reduktion von klinischen Zeichen und subjektiven Symptomen des trockenen Auges nach Therapieumstellung auf die unkonservierte Fixkombination Tafluprost/Timolol, die gleichzeitig den Augeninndruck signifikant stärker senkt als die untersuchten Vortherapien mit Einzelprodukten.

Prof. David Crabb (Optometry and Visual Science, School of Health Sciences, University of London, UK) dokumentierte an eindrucksvollen Beispielen, wie sich der Gesichtsfeldverlust aus der Perspektive von Glaukompatienten darstellt. Überraschend: Für viele der befragten PatientInnen ist der der drohende Führerscheinverlust mit mehr Ängsten behaftet, als eine drohende Blindheit allgemein. Professor Crabb hat mit seinem Team verschiedene Methoden entwickelt und kann plastisch aufzeigen, wie Betroffene ihren Gesichtsfeldverlust wahrnehmen: Nicht als den schwarzen Tunnel, den man oft auf Abbildungen sieht, sondern eher als unscharfe Stellen, als fehlende Bildteile oder eben gar nicht.

Dass die Entzündung eine zentrale Stelle in der Definition des Trockenen Auges im DEWS Report spielt, rief Prof. Stefano Barabino (Ospeale Luigi Sacco, University of Milan, Italien) in Erinnerung. Er listete die aktuellen anti-inflammatorischen Therapieoptionen auf und merkte an, dass etwa die Therapie mit topischen Steroiden langfristig deutliche Nebenwirkungen wie Kataraktbildung oder Hochdruck bewirkt. Barabino verwies auf topische Cyclosporine als effektive Therapieoption, zu der schon zahlreiche klinische Studien existieren. Priv.-Doz. Dr. Ingrid Boldin (Univ. Augenklinik Graz, Ambulanz für Benetzungsstörungen) gab praktische Hinweise zur Diagnose der Konjunktivitis Sicca und präsentierte eine ganze Reihe von möglichen Anwendungsmöglichkeiten von Cyclosporin A am Auge. Der Wirkstoff ist indiziert für die Behandlung schwerer Keratitis bei Erwachsenen mit Trockenen Augen, bei denen trotz Behandlung mit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist. Es handelt sich um eine Langzeit-Therapie, die über mindestes sechs Monate geführt wird. Mit längerer Behandlungszeit nimmt auch die Rezidivhäufigkeit ab.

Die ReferentInnen stellten sich abschliessend in einer Podiumsdiskussion auch noch einmal den Fragen und Einwänden aus dem Publikum.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger


 

 

www.augenarzt.at