20.04.2018

Sigmund Freud Privatuniversität: Augenzentrum in Wien

Die Sigmund Freud Privatuniversität hat in Wien gegenüber dem Donauspital ein Augenzentrum mit Wahlarzt-Ordinationen mehrerer OphthalmologInnen und einem Optik-Geschäft eröffnet. Vorläufig bespielen das Augenzentrum Donaustadt Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, Dr. Maximilian Gabriel, Dr. Christian Ginzel und Dr. Florian Zeiler mit Wahlarzt-Ordinationen. Zusätzlich gibt es noch eine Netzhaut-Sprechstunde mit Univ.-Doz. Dr. Christiane Falkner-Radler. Im Exklusivgespräch mit "Medical Network" erläuterte der Rektor der Sigmund Freud Privatuniversität, Univ.-Prof. Dr. Dr. Alfred Pritz: "Wir haben dieses Model vorerst einmal gewählt, weil es das juristisch klarste Modell ist, ohne dass das ein Ambulatorium ist. Wir wollten es rasch umsetzen und nicht jahrelang einen Prozess führen."

Eine sehr hohe Meinung hat der Rektor vom AugenärztInnenteam: "Es ist einfach eines der besten augenchirurgischen Teams, die es in Österreich und ich glaube, auch darüber hinaus gibt. Frau Professor Binder war die erste in Österreich, die eine Blinde sehend gemacht hat. Daher sind wir natürlich sehr froh, dass sie auch bei uns in der Universität Professorin ist und diese Augenklinik (sic) nach internationalen Standards aufbaut".

Die Privatuniversität als Provider hat Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder mit der Leitung des Zentrums betraut. Sie belegt jetzt neben Univ.-Prof. Dr.  Michael Amon (Barmherzige Brüder Wien) das zweite Augen-Ordinariat der Privatuniversität. Professor Binder zu "Medical Network": "Wir haben das Allgemeine Ophthalmologie und Spezielle Ophthalmologie genannt. Professor Amon ist für die allgemeine ophthalmologische Lehre zuständig und ich habe die vitreoretinale Pathologie, Chirurgie und Ophthalmochirurgie.  Wir bieten invasive Therapien wie IVOMs und wollen eigentlich jegliche tagesklinisch mögliche Chirurgie betreiben, was im Augenbereich wahrscheinlich 95 Prozent aller chirurgischen Eingriffe abdeckt. Für die Studenten haben wir die Spaltlampen alle mit zusätzlichen Okularen für Mitbeobachter oder Screens ausgerüstet und auch ein wetlab eingerichtet."

Im Hintergrund beratend wirkte Dr. Armin Scharrer, der aus der deutschen OCUNET-Gruppe - einem Verband von 19 augenärztlichen Facharztzentren und 491 Praxen - umfassende Expertise einbrachte. Professor Binder zur ihrer persönlichen Motivation: "Im Augenbereich gibt es besonders in den Flächenbezirken einen steigenden Bedarf, wo Patienten gut versorgt werden müssen, aber die müssen nicht in ein Spital gehen. Daher sollen Einrichtungen geschaffen werden, die das abdecken. Die Gebietskrankenkasse macht das zum Teil mit dem Hanuschkrankenhaus und den Ambulanzen und ich habe halt die Möglichkeit bekommen, mit der Universität hier einen Betrieb zu installieren, der modern ist, den Patienten entgegenkommt, wo wir sowohl die Patienten gut betreuen, aber auch Lehre betreiben können". Warum das gerade gegenüber dem Donauspital geschieht? Immerhin hatte Binder als KAV-Koordinatorin ja die Augenabteilungen aus dem KH Hietzing und dem Donauspital absiedeln wollen und noch vor einem Jahr in einem Interview angekündigt: "Zuerst wird mit Ende 2017/Beginn 2018 die Übersiedlung der Augenabteilung des SMZ-Ost vollzogen."

Dann musste aber KAV-Generaldirektor Udo Janßen gehen, die zuständige Stadträtin hielt sich auch nicht mehr lange und die von Professor Binder ausgearbeiteten Zentralisierungspläne wurden nach heftigen Protesten in der Donaustädter Bevolkerung schubladisiert und stehen jetzt offiziell "on hold". Inzwischen hat man aber die Augenabteilung in der Donaustadt mit dem Hinweis auf die baldige Umsiedlung in die Rudolfstiftung finanziell ausgehungert und gerätetechnisch auf einen uralt-Standard zurückfallen lassen.

Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ), der mit Professor Binder früher heftige Diskussionen um die Augenabteilung im Donauspital geführt hat, posierte am Eröffnungstag freudestrahlend vor den nagelneuen High-Tech-Geräten im Augenzentrum zusammen mit Professor Binder und Rektor Pritz und meinte "Der Betrieb im Donauspital ist aufrecht und das bleibt auch so. Es gibt vieles, das die Spitäler nicht mehr schaffen können und mit einem Augenzentrum gibt es ein zusätzliches Angebot für die Donaustädterinnen und Donaustädter, das mich besonders freut. Ich bin glücklich damit."

Bautechnisch ist das Augenzentrum für eine Zulassung als Krankenanstalt vorbereitet und der Wahlarztstatus wird auch nicht das letzte Wort sein. Rektor Prinz lächelnd: "Wenn es einmal einen Kassenbedarf gibt, wird man sich nicht verwehren." Auf die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz , mit der Rektor Pritz in engem Dialog steht, wird er sich dabei verlassen können. Sie stellte am Tag der Augenzentrums-Eröffung fest, dass der Ansturm auf die Spitals-Ambulanzen "unbewältigbar " ist und forderte einen Ausbau der Primärversorgung mit Facharztzentren, die den Spitälern vorgelagert sind.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

 


 

 

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