28.11.2017

AKH Wien: Automatisiertes Netzhautscreening

Ab Januar wird im Wiener AKH in einer Diabetesambulanz ein Netzhaut-Screeninggerät in Betrieb genommen, kündigte Univ.-Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurt, Leiterin der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in einer Pressekonferenz im Vorfeld der ART 2017 an.

„Der Blick in das Auge war uns InternistInnen mangels diagnostischer Erfahrung und Geräteausstattung bisher nicht vor Ort möglich. Diabetes und Bluthochdruck sind sehr weit verbreitete Erkrankungen und führen langfristig bei vielen Patienten zu Schäden an der Netzhaut“, erklärt Assoc.-Prof. Priv.-Doz. DDr. Florian Kiefer, Internist an der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien. „Der Einzug der genannten neuen Technologien in die klinische Versorgung wird es uns ermöglichen, einen viel genaueren Einblick in den Gesundheitszustand unserer PatientInnen zu gewinnen und damit nicht nur eine individuelle Beratung und Information der PatientInnen, sondern auch die maßgeschneiderte Anpassung von Therapiekonzepten ermöglichen. Dieser innovative Ansatz stellt einen weiteren wesentlichen Schritt zu einer verbesserten umfassenden Betreuung der rasant steigenden Zahl der Diabetiker und Diabetikerinnen dar.“

Betrieben wird vom AKH ein Gerät der Firma IDx, das nach Angaben vom Prof. Kiefer die Daten lokal speichert und befundet: "Wir haben da sehr strenge Richtlinien, was den Daten- und Patientenschutz betrifft". IDx-DR ist ein forgeschrittener Algorithmus zur Dedektion der Diabetischen Retinopathie und von Diabetischen Makulaödemen, der innerhalb einer Minute nach der Aufnahme von zwei Netzhautbildern Auskunft darüber gibt, ob eine moderate oder das Sehvermögen bedrohende Diabetische Retinopathie vorhanden ist.  Auf der Homepage heisst es, "IDx-DR provides fast and reliable results through a secure cloud to enable DR screening at the front lines of care". Von der Abteilung für Endokrinologie & Stoffwechselder Universitätsklinik für Innere Medizin will man mit dem Gerät auch feststellen, wie weit bei Patienten die mikrovaskuläre Gefäßschädigung bereits fortgeschritten ist. Daraus kann man auch auf bereits vorhandene weitere Organschäden schliessen. Abgerechnet werden IDx-DR-Utersuchungen nach einem pay per use-System üblicherweise mit etwa 15 Euro pro Untersuchung, berichtete Professor Schmidt-Erfurth. Den Patienten im AKH wird dieser Betrag natürlich nicht den Patienten angelastet. Die IDX-DR-Software hat 2013 das CE-Zeichen erhalten, der Vertrieb erfolgt in der EU über eine Partnerschaft mit IBM Watson.

Ein Repräsentant von IBM wird am Samstag auch die Keynote Lecture beim ART Vienna Meeting der Wiener Universitäts-Augenklinik in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften halten. Bart de Witte, Geschäftsbereichsleiter Digital Health der /IBM/ Deutschland GmbH spricht über: "The future is here to stay - Artificial intellligence in medicine".

Infos: www.artvienna.eu 

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

 

 
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