13.11.2017

WOG: Limbale Stammzelleninsuffizienz, Hornhautchirurgie

Univ.-Prof. DDr. Stefan Schrader , Hornhautspezialist der Universitäts Augenklinik in Düsseldorf, informierte bei der wissenschaftlichen Sitzung der WOG über Diagnose und Therapie der Limbalen Stammzelleninsuffizienz. Er zeigte die vielfältigen Ursachen wie Dystrophie, Kontaktlinsen-overwear, Entzündungen, Traumata und Neoplasie, informierte über Klassifikationsschemata wie das Mackman-Staging und die Holland Classification of Ocular Surface Disease, vermittelte das klinische Bild und die Diagnosemöglichkeiten. Möglich ist die konservative Therapie mit der Behandlung des Trockenen Auges, der Behandlung von Lidfehlstellungen und Symblephara sowie antientzündliche Therapie und Immunsuppression. Bei einseitiger Limbus Insuffizienz stehen als chirurgische Behandlungsoptionen das Autologe Konjunktiva-Limbus-Transplantat (CLAU), das Simple Limbal Epithelial Transplant (SLET), Autologe ex-vivo expandierte Limbusstammzellen (CLET) sowie die sehr kostspielige Holoclar-Methode zur Verfügung. Beidseitige Limbusinsuffizienzen werden bei feuchter Oberfläche mit Transplantation von allogenen ex-vivo expandierten Limbusstammzellen, mit Transplantation von autologen ex-vivo empandierten epithelialen Mundschleimhaut-Stammzellen (COMET), mit Allegenem Kerato-Limbus-Transplantaten (KLAL), Limbo-KP oder dem Boston-Kpro I chirurgisch behandelt. Bei absolut trockenem Auge kommt die Osteodonto-Keratoprothese oder Tibia-Kpro zum Einsatz.

Über das postoperative Management nach Hornhautchirurgie sprach Assoz.-Prof. PD Dr. Gerald Schmidinger. Er stellte als moderne Operationstechniken die DALK, die DSAEK (bis auf wenigen Sonderfälle schon wieder überholt) und die DMEK vor. Als allgemeine postoperative Therapie nach HH-Tx werden als medikamentöse Therapie lokale Antibiotika bis Epithelschluss, lokale Steroide und befeuchtende Therapie eingesetzt, wobei die lokalen Storoide über 12 Monate ausgeschlichen werden. In der weiteren Betreuung sind insbesondere Wundheilungsstörungen, Glaukom und Abstossungsreaktionen zu beachten und zu therapieren. Lockere Nähte sind immer sofort zu entfernen, während epitheliale Zysten und Nahtfibrosen klinisch irrelevant sind und keiner Intervention bedürfen.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger

 
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